Alles fließt....

 

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Manches Mal geht es nicht so, wie man es gerne hätte. Oder man glaubt, dass sich plötzlich Schwierigkeiten auftun. So ist es mir ergangen, als ich den Schattenbahnhof beinahe fertig hatte.

Immer und immer wieder kam es mir in den Sinn, dass es mit der Rückwärtsfahrerei ganzer Züge Probleme geben könnte. Im Geiste sah ich schon Waggons und Lokomotiven aus den Schienen springen und auf den ca. 1,30 m tiefer gelegenen Fußboden fallen. Kein wirklich schöner Gedanke. Nur kranke Hirne können sich an solchen Schreckensszenarien erfreuen. Mein kindliches Gemüt ist dafür nicht geschaffen. Nachts wachte ich schweißgebadet auf und sah mich meine schönsten Loks in den Müll werfen.

Es musste also eine Änderung her - koste es, was es wolle.

Also zurück zum alten Kehrschleifen-Prinzip. Da beide Abgänge in den Schattenbahnhof schon komplett fertig waren, konnte es nur noch um den Schattenbahnhof bzw. die Schattenbahnhöfe gehen.

Ausgehend von den beiden Ausweichstrecken oben und unten in der Prinzipskizze des Gleisplanes (rechte Seite) entsteht jeweils ein Schattenbahnhof mit Kehrschleife. Beide Schattenbahnhöfe müssen dabei teilweise übereinander liegen. Aus einer "zweistöckigen" Anlage wird nunmehr (wieder) eine "dreistöckige". Da die Anlagentiefe gegenüber der 1. Planung (Gleisplan 1) auf 1,00 m geschrumpft ist, liegt die Krux wieder mal in der Kehrschleife. Es bleibt beim Roco-Radius von 529 cm. Aber bei sauber verlegten Gleisen fahren alle Fahrzuge problemlos durch diese enge Kurve. An der Front- und der Rückseite der Anlage musste eine kleine Verbreiterung auf insgesamt 1,15 cm angebracht werden, macht doch ein Radius von 529 cm einen Durchmesser von 1058 aus.... (Wer hätte das gedacht?)

Aufgrund der veränderten Situation wird es dann keine Möglichkeit des "Kreisverkehrs" mehr geben. Aber lieber darauf verzichten, als nachher die Einzelteile meiner Modelle auf dem Fußboden zusammen zu suchen.

April 2005: Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt!

Beim Anlegen des unteren Schattenbahnhofs kamen mir dann doch starke Zweifel an der Durchführbarkeit der ganzen Aktion. Zugegeben, die UN-Möglichkeit, einen geplanten Kreisverkehr für bestimmte Züge durchführen zu können, hat mich schon stark beschäftigt. Außerdem habe ich beim Verdrahten der Einfahrtweichen bemerkt, dass mein Rücken die Verrenkungen nicht mehr mitmacht, die es braucht, um unter die Anlage zu kommen. Das ist das Ende!

Gottlob ist der Mensch mit Vernunft begabt - wenn auch meist sehr eingeschränkt.

Zwei Schattenbahnhöfe übereinander machen nachträgliche Arbeiten "unter Tage" fast unmöglich. Es sei denn, man plant jeweils eine Höhe zwischen 15 und 20 cm dafür ein. Zuviel! Also, nur noch einen Schattenbahnhof. Aber der muss genügend Gleise haben. Planungen und Messungen ergaben, dass 2x sechs Gleise nicht machbar waren, aber neun. Hm. Ein wenig dünn zwar, aber andere Modellbahner haben gar keinen. Schattenbahnhof natürlich. Also neun. Neun ist auch eine schöne Zahl....

Mir fiel mein allererster Plan wieder ein, der den Kreisverkehr aus zwei Schattenbahnhöfen ermöglichte. Das müsste doch auch mit nur einem Schattenbahnhof möglich sein. Es ist! Man muss nur drauf kommen. Das Kehrschleifen-Prinzip blieb dabei erhalten.

Darüber hinaus wurde der Plan dahingehend geändert, dass die "Überholgleise" in der Zu-/Ausfahrt bei den Schattenbahnhöfen in je ein Durchfahr- und ein Stumpfgleis umgebaut wurden. So war dann die Möglichkeit gegeben, einen echten Wendezugbetrieb vorzunehmen. Entweder mit Triebwagen oder, noch besser, mit einem lokbespannten Wendezug. Das war es!! Manchmal finde ich mich selber super! Die Welt ist schön!

So, die neun Gleise liegen. Ebenfalls die dazu gehörende Kehrschleife. Die Zeichnung (ziemlich freihändig hergestellt und unmaßstäblich) zeigt, wie es jetzt "unterirdisch" aussieht. Dabei sind (A) und (B) die jeweiligen Zufahrten zum Bahnhof (A = Nordseite, B = Südseite).

Ich hoffe, ich konnte mich verständlich machen... Über die elektrische Ausstattung habe ich mir auch schon Gedanken gemacht. Sieht alles zunächst furchtbar kompliziert aus, ist es aber nicht. Oder wohl, oder doch? Nun, es werden ein paar Relais eingesetzt werden müssen, was an sich keine Hexerei ist. Wenn man alles richtig macht... Dabei sind die Trennstellen der einzelnen Gleisabschnitte genau zu überdenken.

Die Kehrschleife wird nur in einer Richtung durchfahren und kommt quasi mit einer Festspannung aus. Sofort hinter der Ausfahrtweiche muss ein Kontakt angebracht werden, der die Polung der Fahrtstrecke ändert. Die Weiche unten links gibt die Richtung an: Kreisverkehr oder von A nach B. Kurz vor dem Verlassen des Tunnels wird in jeder Richtung ein Relais dafür sorgen, dass der Fahrstrom der sichtbaren Strecke übernommen wird. Das gleiche gilt für die Einfahrt in den Tunnel. Da geht es aber um den Fahrstrom der "unterirdischen" Strecke. Kompliziert? Nein. Demnächst werde ich mich darüber auslassen. Zunächst kommt die Verdrahtung der verdeckten Strecke dran und das heißt löten, löten, löten, Dioden-Matrix aufbauen und anschließen. Dann muss das Gleisbildstellpult endlich in Angriff genommen werden, damit "losgeschaltet" werden kann.

Himmel, das wird wieder dauern..... Bis bald!

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