Triebwagen

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Außer dem im allgemeinen Sprachgebrauch benutzten Wort Triebwagen als Oberbegriff für eigenbetriebene Schienenfahrzeuge zur unmittelbaren Beförderung von Personen oder Gütern haben sich im Laufe der Zeit exaktere Begriffe herausgebildet:

 

Triebwagen: selbständiges Triebfahrzeug
Steuerwagen: Wagen ohne eigenen Antrieb mit Führerstand
Beiwagen: Wagen ohne eigenen Antrieb, wird im Triebwagenzug eingestellt
Mittelwagen: Beiwagen, der in der Regel nur innerhalb eines Triebzugs betriebsfähig ist
Triebzug: Einheit aus mehreren Trieb-, Mittel- oder Steuerwagen, die betrieblich nicht getrennt werden
Triebwagenzug:

Zug aus miteinander gekuppelten Trieb-, Bei- und Steuerwagen oder aus gekuppelten Triebzügen
Alles klar?  

 

Die Triebfahrzeuge aller deutschen Bahnverwaltungen waren bzw. sind in Baureihen zusammengefasst und mit einer fortlaufenden Nummer versehen. Dabei unterscheidet man folgende Arten von Triebwagen:

AT Triebwagen mit Traktionsakkulumatoren
DT Dampftriebwagen
ET Elektrotriebwagen
VT Verbrennungstriebwagen


Die DB ersetzte die Kennbuchstaben AT durch ETA.

 

Der Gedanke, Triebwagen zu bauen, ist fast ebenso alt wie die Geschichte der Eisenbahn selbst. Als einziger brauchbarer Antrieb kam anfangs nur die Dampfmaschine in Betracht. Als ersten deutschen Dampftriebwagen kann man eine Dampfdraisine der Berlin-Hamburger-Eisenbahnen bezeichnen, die im November 1854 von Borsig ausgeliefert wurde und lange im Einsatz war. Der wohl unter Modellbahnern bekannteste Dampftriebwagen war der der Bauart "Kittel", wie ihn die Firmen Trix und Märklin anbieten.

Die Versuche mit Akkumulationstriebwagen gehen bis in die 1880er Jahre zurück. Zunächst waren die Akkumulatoren nicht betriebssicher genug und zu teuer. Die ersten AT entstanden dabei aus Umbauten normaler Personenwagen. Die bekanntesten AT aus dieser Zeit waren wohl die der Bauart "Wittfeld" der Preußischen Staatsbahn, die in großer Stückzahl beschafft wurden.

Die Verbrennungskraftmaschinen wurden verhältnismäßig spät als Antrieb von Eisenbahnfahrzeugen eingeführt. Eine 1880 von Hanomag gebaute Lokomotive mit einem 1,5 kW-Zweitakt-Motor und Riemenantrieb wird als das erste Schienenfahrzeug mit Verbrennungsmotor angesehen. 1892 entstanden die ersten brauchbaren Lokomotiven mit Verbrennungsmotor, die aber keine Konkurrenz für die Dampflokomotiven der damaligen Zeit darstellten.

Die Entwicklung der Elektrotriebwagen ist mit der Ausdehnung des elektrifizierten Streckennetzes verbunden. Am 31. Mai 1879 fuhr die erste elektrische Eisenbahn im öffentlichen Verkehr. Auf der Berliner Gewerbeausstellung stellte Siemens eine elektrische Lokomotive vor, die offene Wagen zog. Schwierigkeiten ergaben sich daraus, dass sich die deutschen Bahnver- waltungen nicht auf ein einheitliches Bahnstromsystem einigen konnten. Erst 1912/13 wurde ein "Übereinkommen betreffend die Ausführung elektrischer Zugbeförderung" festgelegt.

 

(Diese Informationen stammen in stark verkürzter Form aus den Büchern "Triebwagen deutscher Eisenbahnen, Band 1 und 2" von Zschech, erschienen im alba-Buchverlag GmbH & Co, KG, Düsseldorf.)

 

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