Dampflokomotiven

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Schnellzugloks Güterzugloks Tenderloks

 

Bei den Dampflokomotiven der deutschen Bahnen unterscheidet man: 

  1. Länderbahnlokomotiven
  2. Einheitslokomotiven der Deutschen Reichsbahn und Deutschen Reichsbahn Gesellschaft (DRG)
  3. Neu- und Umbaulokomotiven der Deutschen Bundesbahn (DB)
  4. Neu- und Umbaulokomotiven der Deutschen Reichsbahn (DR) der ehem. DDR

Zur Kennzeichnung der Länderbahnlokomotiven wird ihre Heimatbahnverwaltung, z.B. Preußen (pr.) oder Bayern (bay.), sowie die Bezeichnung des Verwendungs-zweckes, z.B. "S" (Schnellzuglokomotive)  oder "P" (Personenzuglokomotive) angegeben. Daneben wurden die unterschiedlichsten Bezeichnungen verwendet. So war z.B. die bay. S 3/5 eine bayerische Schnellzuglok mit 3 Treibachsen bei insgesamt 5 Achsen, die pr. S 10 eine Schnellzuglok der Preußischen Staatsbahnen mit ebenfalls 3 Treibachsen, die nach der Nummerfolge die "10" trug. Die Achsfolge war bei beiden Loks gleich: 2' C. 
(Achsfolge = siehe weiter unten)

Am 01. April 1920 schlossen sich die Länderbahnverwaltungen zur Deutschen Reichsbahn zusammen, aber erst 1925 wurde der endgültige, einheitliche Nummernplan der Dampflokomotiven erstellt. Die Nummerierung der Lokomotiven bei der DRG erfolgte einheitlich durch Betriebsnummern, die an vier Seiten des Fahrzeuges angebracht wurden. In den meisten Fällen gab die Betriebsnummer gleichzeitig einen Aufschluss über den Verwendungszweck und die Bauart der betreffenden Lokomotive. Dem Verwendungszweck entsprechend erfolgte die Aufteilung der zweistelligen Stammnummern.

Hauptgattung Abk. Stammnummern
Schnellzuglokomotiven S 01 - 19
Personenzuglokomotiven P 20 - 39
Güterzuglokomotiven G 40 - 59
Schnell- u. Personenzug-
Tenderlokomotiven
St
Pt
60 - 79
Güterzug-Tenderlokomotiven Gt 80 - 96
Zahnradlokomotiven Z 97
Lokalbahnlokomotiven L 98
Schmalspurlokomotiven K 99

Die Betriebsnummer setzte sich zusammen aus der zweistelligen Stammnummer und einer drei- oder vierstelligen Ordnungsnummer, die durch einen kleinen Zwischenraum von der Stammnummer getrennt ist.

z.B. 01 001 
oder 50 1638

Lässt man die beiden letzten Stellen einer Betriebsnummer weg und setzt den Rest der Ordnungsnummer als Index zur Stammnummer, so erhält man die Baureihe der Lokomotive. Beispiele:

181   =   18 101 - 18 199
3810-40   =   38 1001 - 38 4099

Nach 1968 führte die DB die Computernummerierung ein, die bei Dampflokomotiven eine führende "0" vorsah. So wurde aus der BR 01 die 001, aus der BR 38 die 038 u.s.w. Die DR führte ebenfalls Computernummern nach dem gleichen Schema ein.

Bei der Achsfolge wird die Anzahl und Anordnung der angetriebenen Achsen und Laufachsen angegeben; außerdem, ob Achsen oder Achsgruppen im Hauptrahmen oder von ihm getrennt gelagert sind. (gilt für alle Lokomotiven) Beispiele:

1  = eine im Hauptrahmen gelagerte Laufachse
1' = eine vom Hauptrahmen unabhängige Laufachse
2  = zwei aufeinanderfolgende, im Hauptrahmen gelagerte Laufachsen
2' = zwei aufeinanderfolgende, in einem Drehgestell vereinigte,  vom Hauptrahmen unabhängige Laufachsen
A  = eine angetriebene Achse im Hauptrahmen
B  = zwei angetriebene Achsen im Hauptrahmen, die miteinander gekuppelt sind
C  = drei angetriebene Achsen im Hauptrahmen, die miteinander gekuppelt sind
A' = eine vom Hauptrahmen unabhängige Treibachse
B' = zwei vom Hauptrahmen unabhängige Treibachsen, die miteinander gekuppelt  in einem Drehgestell zusammengefasst sind
Bo= zwei im selben Rahmen liegende, einzeln angetriebene Achsen

Die Tender der Schlepptenderlokomotiven (Stammnummern 01-59) wurden mit "T" bezeichnet. Die Angabe der Achsfolge und Achsanordnung entspricht denen der Lokomotiven und wurde vor dem "T" vermerkt. Der Wasserinhalt des Tenders, in m3, wurde hinter dem "T" angegeben.  Ein Tender mit 3 Achsen im Hauptrahmen und mit einem Wasservorrat von 12 m3 erhielt die Bezeichnung

3 T 12

Dementsprechend wurde ein Tender mit 2 zweiachsigen Drehgestellen und einem Wasservorrat von 21,5 m3 so bezeichnet:

2'2' T 21,5

Bei Tendern ehemaliger Länderbahnlokomotiven las man häufig noch einen Hinweis auf die frühere Bahnverwaltung, z.B.:

bay 3 T 18,2

Nachsatz:
Alle "Weisheiten" habe ich aus folgenden Büchern: "Taschenbuch Deutsche Dampflokomotiven" von Horst J. Obermayer (Frankh'sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart, 1969) und der Reihe "Deutsche Dampflokomotiven" (Dampflok Archiv) von Manfred Weisbrod, Habs Müller, Wolfgang Petznick (alba-Buchverlag GmbH & Co, KG, Düsseldorf, 1980)

 

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